>>Home >> Dies & Das >> Buchbesprechungen >> 2nd Treasury of Magical Knitting

Zufallsbild

Wickeltasche

Sponsor

Aktuelles

neue Buch- besprechungen!! >>


Jetzt NEU: Artikel >>

Zufallslink

Finger und Faden


A Second Treasury of Magical Knitting

von Cat Bordhi

ISBN-10: 0970886985
ISBN-13: 978-0970886989

in englischer Sprache

Anzahl Einträge: 1

besprochen von Jinx (Kontakt)

Wurden im ersten Band "A Treasury of Magical Knitting" vor allem Schals, Mützen und Socken vorgestellt, führt der zweite Band der "magical knitting"-Serie von Cat Bordhi die Idee, eine Moebius-Schleife als Grundlage für Strickarbeiten zu nehmen, weiter.
Hier finden sich vor allem Behältnisse unterschiedlicher Art. Aber eigentlich ist es nicht nur ein Strickbuch, sondern auch eines zum Thema Strickfilz, denn die nach dem Stricken zu filzenden Modelle sind in der Überzahl.

Davor haben viele StrickerInnen Angst, da sie fürchten, die mühevolle Arbeit vieler Stunden zu einem unansehlichen Filzball mutieren zu sehen. Um diesem Vorurteil zu begegnen, schlägt Bordhi zunächst einige völlig moebiusfreie Strickstücke vor, kleine Objekte wie Stricknadelfutterale und Täschchen, die wenig zeitlichen Aufwand erfordern und schnell gemacht und gefilzt sind.Dann geht es aber auch schon los mit dem Moebiusanschlag, der einem dazu verhilft, eine perfekte Moebiusschleife, d.h. einen einfach gedrehten Ring, der streng genommen weder eine Innen- noch eine Außenseite besitzt, herzustellen.

Es ist hierbei nicht notwendig, den ersten Band zu besitzen, da alle im Buch erwähnten Spezialtechniken ausführlich und anschaulich erklärt und reich bebildert sind. Der Moebiusanschlag ist die Grundlage für fast alle im Buch enthaltenen Modelle, und das sind Taschen, Katzenbetten, Körbe und Schüsseln, die durch ihre Raffinesse bestechen. Sie werden in einem Stück gestrickt, Näharbeiten sind nicht erforderlich (stattdessen werden mehrfach Maschen aufgenommen).Die Modelle wirken kompliziert, was vor allem unerfahrene StrickerInnen abschreckt.
Die Technik ist jedoch verblüffend einfach, es gibt nur einen Trick dabei: Man muss der Autorin und ihrer Anleitung vertrauen. Dann wird man mit außergewöhnlichen, schnell und leicht zu arbeitenden Ergebnissen belohnt, die von der Umwelt mit Erstaunen aufgenommen werden. Im Zweifelsfall heißt es: immer machen, was da steht, auch wenn man den Sinn nicht unmittelbar begreift oder am Gestrickten erkennt (ein Moebius entfaltet sich erst mit der Zeit, oft erst beim Abketten).

Meine persönliche Erfahrung mit dem Buch, aus dem ich bisher zwei Modelle, den Jester Tentacles Bag und die Trifold Knitter's Bowl gestrickt habe, lässt sich mit zwei Worten beschreiben: Es funktioniert. Und das völlig problemfrei. Zu den Modellen lässt sich sagen, dass in dem schmalen Bändchen es viel Tasche/Behältnis fürs Geld gibt. Es werden vor allem die Grundmodelle mehrfach variiert, aber auch ausgefallene Projekte beschrieben. AnhängerInnen konservativer Strickkunst werden mit dem Buch wahrscheinlich weniger glücklich sein als die, die einen witzigen und einmaligen Blickfang wünschen. Der Autorin ist es gelungen, zu beweisen, dass ein Moebiusband mehr sein kann als ein Schal und dass die Basistechnik Raum für viele Variationen lässt (die auch von jedem Einzelnen weiterentwickelt werden können).
Auch wer im Bekanntenkreis dankbare Abnehmer für selbstgestrickte Produkte hat, wird hier mit Sicherheit fündig werden, denn die Sachen sind schnell gestrickt und durch ihre ungewöhnliche Konstruktion immer ein Hingucker.

Zwei Dinge sollte man allerdings bei diesem Buch beachten: Es ist ein US-amerikanisches Buch, das sich an den dortigen Gegebenheiten orientiert. Für die sehr ausführlichen Beschreibungen, die als Fließtext verfasst wurden, reichen einfache Grundkenntnisse der englischen Sprache nicht aus. Zwar kommen die bekannten Strickbegriffe natürlich vor, aber man verpasst ohne ausreichende Sprachkenntnis wichtige Hinweise und Details.Was das Filzen angeht, so geht die Autorin von den handelsüblichen amerikanischen Maschinen aus, also von Topladern, deren Waschvorgang man jederzeit unterbrechen kann, um den Filzvorgang zu kontrollieren. Da dies bei den hier üblichen Frontladern nicht möglich ist (oder nur um den Preis einer gigantischen Wasserverschwendung), empfiehlt es sich, die Stücke, die nur leicht angefilzt werden sollen (das gilt z. B. für manche der Taschen), per Hand zu bearbeiten. Ansonsten würde das Ergebnis viel zu klein geraten. Filzen mit der Hand ist einfach und dauert nicht lange. (Eine ausführliche Anleitung findet ihr in den Artikeln). Wenn das Gestrick überdimensioniert ist und stärker gefilzt werden soll, kann man es unbesorgt der Maschine anvertrauen, möglichst nach Filzen einer Maschenprobe, um die optimale Temperatur zu ermitteln.
--------------------------------------------------

C 2007 Wollke7.com V.Kaltenecker